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Eurasier Klub e.V. Sitz Weinheim
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Diabetes (Diabetes mellitus)
Grundlage für diese Recherchen sind zwei Berichte von Eurasierbesitzern, welche durch schnelles Handeln ihre Eurasier vor dauerhafter Erblindung schützen konnten.
Da es hier auf rasche Reaktionen ankommt und viele Hundebesitzer einige Zusammenhänge nicht wissen im folgenden die
Berichte.

Allgemeines zur Diabetes . . .
Entstehung von Diabetes
Erste Anzeichen von Diabetes
Folgen einer Diabetes
Folgeerscheinungen von Diabetes
Klarheit - Laboruntersuchung
Unverzichtbare begleitende Maßnahmen
Linsentrübung (Katarakt)
Spätkomplikationen
Kontrolle der Zuckerwerte
Langzeitüberwachung
Unterzuckerung
Gegenmaßnahmen
Fütterung
Art der Ernährung
Zeitliche Abstimmung
Täglich 1 x Insulin
Täglich 2 x Insulin



Allgemeines zur Diabetes . . .

Frage Was ist Diabetes (Diabetes mellitus).

Antwort Diabetes ist eine Störung des Kohlenhydratstoffwechsels durch mangelnde Insulinbildung im Körper.Die Zuckerkrankheit bedarf bei Hunden praktisch immer einer lebenslangen Gabe von Insulin, ist aber gut beherrschbar.


Entstehung von Diabetes

Frage Wie entsteht Diabetes.

Antwort Durch ungeregelte Zusammenarbeit zwischen Hormondrüsen und dem vegetativen Nervensystem wird der Kohlenhydratstoffwechsel gestört. Die Bauchspeicheldrüse bildet zu wenig Insulin. Mit der Nahrung aufgenommene Kohlenhydrate können nicht vollständig verbrennen. Dadurch wird der Blutzuckergehalt erhöht; es kommt zu einer Zuckerausschwemmung im Urin.


Erste Anzeichen von Diabetes

Frage Welches sind die ersten Anzeichen von Diabetes.

Antwort Die ersten Krankheitsanzeichen sind starker Durst, vermehrte Harnmenge, Heisshunger, verminderte Leistungsfähigkeit. Diabetes entsteht langsam innerhalb vieler Wochen oder Monate. Gesichert wird die Diagnose durch Nachweis erhöhten Zuckergehalts im Blut und Zuckerausscheidung im Urin.


Folgen einer Diabetes

Frage Was sind die Folgen einer Diabetes.

Antwort Wenn der Zuckerspiegel im Blut über längere Zeit viel zu hoch ist, kann es als Folge davon zu Augenveränderungen bis hin zur Blindheit kommen, schlecht eingestellte Diabetiker leiden zudem häufiger an Nervenschädigungen, sowie Nieren und Herzerkrankungen.


Folgeerscheinungen von Diabetes

Frage Können diese Folgeerscheinungen verzögert oder vermieden werden.

Antwort Die Bauchspeicheldrüse von Diabetikern bildet zu wenig Insulin. Dieses kann dem Körper aber durch regelmässiges Spritzen von Insulin zugeführt werden. Da sich der Insulinbedarf des Körpers jedoch mit der Zeit verändern kann, sind regelmässige Kontrollen des Blutzuckers zur Überprüfung und Einstellung der geeigneten Insulindosis notwendig. Durch eine gute Einstellung der Insulindosierung können die Folgeschäden der Zuckerkrankheit verzögert und teilweise verhindert werden.


Klarheit - Laboruntersuchung

Frage Eine Laboruntersuchung bringt Klarheit.

Antwort Die Diagnose eines Diabetes ist mit Hilfe von Laboruntersuchungen recht einfach zu stellen. Typisch sind ein erhöhter Zuckerspiegel im Blut und ein zuckerhaltiger Urin. Durch den Diabetes wird die Abwehrbereitschaft des Körpers gegenüber Infektionen herabgesetzt. Besonders anfällig sind die Harnwege. Es ist daher wichtig, dass der diabeteskranke Hund regelmässig gründlich untersucht wird und dass die Blut- und Urinuntersuchungen durchgeführt werden. Etwa die Hälfte aller diabeteskranken Hunde entwickeln eine diabetische Linsentrübung, die die Sehkraft stark beeinträchtigen oder auch zur Erblindung führen kann.


Unverzichtbare begleitende Maßnahmen

Frage Unverzichtbare begleitende Maßnahmen bei der Behandlung des erkrankten Hundes sind:

Antwort Einstellung auf das ideale Körpergewicht (Gewichtsabnahme, Gewichtszunahme) Einhaltung eines strikten Fütterungskonzeptes (Futterart, Futtermenge und Fütterungszeit sollen stets gleichleibend sein). Das für Hunde zugelassene Insulin besteht aus einem amorphen Insulin und einem kristallinen Insulin, deren maximale Wirkung zum Einen kurz nach der Injektion, zum Anderen etwa nach 7 bis 8 Stunden auftreten, eine Eigenschaft, die bei der Fütterung berücksichtigt werden muss. Minimierung von physischem und psychischem Stress (z. B. keine ungewohnte körperliche Belastung) Außerdem müssen weitere eventuell vorliegende Grundkrankheiten ausgeschlossen bzw. behandelt werden.


Linsentrübung (Katarakt)

Frage Linsentrübung (Katarakt) bei einem Hund mit Diabetes mellitus.

Antwort Manchmal entsteht diese Linsentrübung innerhalb von wenigen Tagen, meistens dauert es jedoch Wochen bis Monate. Durch eine gute Diabeteseinstellung kann die Enstehungsgeschwindigkeit verlangsamt werden. Wenn eine Linsentrübung einmal vorhanden ist, bildet sie sich jedoch nicht mehr zurück, in diesem Fall kann nur eine Operation helfen.


Spätkomplikationen

Frage Spätkomplikationen?

Antwort Spätkomplikationenan Niere und Nervensystem, wie sie beim diabetischen Menschen sehr gefürchtet sind, spielen beim Hund zum Glück praktisch keine Rolle.


Kontrolle der Zuckerwerte

Frage Monitoring?

Antwort Monitoring Wie in der Humanmedizin, kann auch beim Hund ein Home Monitoring, d. h. die Kontrolle der Zuckerwerte zu Hause, durchgeführt werden. Das Verfahren ist bei Hunden zwar nicht so essentiell, in der Insulineinstellungsphase aber auf jeden Fall empfehlenswert.


Langzeitüberwachung

Frage Langzeitüberwachung?

Antwort Auch die Langzeitüberwachung kann durch den Hundebesitzer selbst erfolgen. Hierbei sollten Trinkmenge, Harnabsatzmenge sowie mindestens einmal wöchentlich der Zuckergehalt im Urin (Teststreifen) oder im Blut kontrolliert werden.


Unterzuckerung

Frage Unterzuckerung?

Antwort Auch bei einem gut eingestellten Hund kann es zu einer Unterzuckerung (hypoglykämischer Schock), d. h. zu einem zu niedrigen Blutzuckerwert kommen. Die Anzeichen dafür sind starker Hunger, Unruhe, Zittern, Bewegungsstörungen (Zuckungen) bis hin zum Koma. Eine Unterzuckerung ist immer ein Notfall und muss sofort behoben werden.


Gegenmaßnahmen

Frage Als Gegenmaßnahme wird empfohlen:

Antwort Anbieten von Futter Einflößen einer Zuckerlösung (Traubenzucker, Honig oder Glukosesirup) in die Backentasche, Gabe eines Würfelzuckers oder Traubenzucker unter die Zunge Sollten diese Maßnahmen nicht zum Erfolg führen, ist eine umgehende Vorstellung beim Tierarzt unumgänglich.


Fütterung

Frage Fütterung von diabetischen Hunden

Antwort Durch eine Umstellung der Ernährung soll die Blutzuckerkontrolle verbessert werden. Die postprandiale Hyperglykämie wird verringert und die Mahlzeiten werden zeitlich auf die Insulininjektionen abgestimmt, um eine optimale Kontrolle des Blutzuckers zu erreichen.


Art der Ernährung

Frage Art der Ernährung . . .

Antwort Diabetische Hunde sollten ein Futter erhalten, das reich an komplexen Kohlenhydraten ist und eine angemessene Menge roher Fasern enthält.
           
Komplexe Kohlenhydrate erhöhen die Transitzeit im Magen-Darm-Trakt. Fasern verzögern die Entleerung des Magens und die Resorption im Darm. Glukose wird langsam in den Blutkreislauf freigesetzt. Die postprandiale Glukosekurve wird flacher, so dass eine niedrigere Insulindosis verabreicht werden kann.
           
Sogenannte "vom Tierarzt empfohlene" Futter, die speziell für diabetische Hunde entwickelt wurden, sind in Tierarztpraxen erhältlich. Diese stellen einen konstanten und angemessenen Kalorien- und Nährstoffgehalt sicher.
           
Diabetische Hunde können auch mit ihrem normalen Futter (selbst zubereitetes Futter oder im Supermarkt erhältliches Hundefutter) stabilisiert werden. Trockenfutter ist gegenüber feuchtem Futter zu bevorzugen, weil es normalerweise mehr Fasern enthält. Bei der Fütterung von selbst zubereitetem Futter muss die Zusammensetzung des Futters jeden Tag gleich sein, um unnötige Schwankungen des Insulinbedarfs zu vermeiden.


Zeitliche Abstimmung

Frage Zeitliche Abstimmung der Mahlzeiten . . .

Antwort Die Mahlzeiten sollten zeitlich so abgestimmt werden, dass die Resorption der Glukose im Magen-Darm-Trakt mit den Wirkungsspitzen des verabreichten Insulins zusammenfällt. Hierdurch werden Schwankungen des Blutzuckerspiegels und damit hyperglykämische Episoden und Hypoglykämie auf ein Minimum reduziert.


Täglich 1 x Insulin

Frage Hunde, die einmal täglich Insulin erhalten . . .

Antwort Die erste Mahlzeit (z. B. 1/4-1/3 der Tagesration) wird vor der morgendlichen Insulininjektion gefüttert. So kann der Besitzer vor der Insulingabe sehen, ob es dem Hund gut geht und er normal frisst. Die zweite Mahlzeit (die restliche Tagesration) wird in der Regel etwa 6-8 Stunden später gefüttert.


Täglich 2 x Insulin

Frage Hunde, die zweimal täglich Insulin erhalten . . .

Antwort

Es muss sichergestellt werden, dass es in der Nacht zu keiner hypoglykämischen Episode kommt. Im Idealfall sollte die Tagesration auf vier kleine Mahlzeiten verteilt werden. Dies ist jedoch in der Regel nicht möglich. Alternativ können zwei oder drei etwa gleich große Mahlzeiten so gleichmäßig wie möglich über den Tag verteilt werden.
             
Die erste kleine Mahlzeit wird vor der morgendlichen Insulininjektion gefüttert. So kann der Besitzer vor der Insulingabe sehen, ob es dem Hund gut geht und er normal frisst.

Die zweite Mahlzeit wird normalerweise etwa 6-8 Stunden später gefüttert. Eine dritte kleine Mahlzeit wird vor der Insulininjektion am Nachmittag oder Abend gefüttert. Eine vierte Mahlzeit kann am späten Abend gefüttert werden.





© 2007 Eurasier Klub e.V. - Update: 27. Feb 2008